Daniel Brands erhält erste Wildcard für das Hauptfeld

Die erste Wildcard der Marburg Open ist vergeben und es erhält ein hochkarätiger Spieler diese Chance ohne Qualifikation direkt im Hauptfeld starten zu können. Daniel Brands wird in Marburg versuchen den Weg zurück in die Regionen der Weltrangliste zu finden, in die er dem Leistungsvermögen nach gehört. Mitte 2013 war er auf Nummer 51 der ATP Weltrangliste geklettert, hatte bis nach dem Turnier Ende April in München, bei dem er in das Halbfinale vorgestoßen war, schon über 500 Punkte gesammelt, was ihn auf das Jahr hochgerechnet in die Top 20 gebracht hätte. Doch dann kam das Pfeiffersche Drüsenfieber und warf ihn weit zurück. Turnierdirektor Peter Zimmermann freut sich sehr auf den sympathischen Deggendorfer. „Daniel ist bodenständig, freundlich, authentisch und bringt natürlich eine hohe spielerische Qualität mit. In fünf Jahren Marburg Open als ATP Chalenger hat noch nie ein Wildcard Spieler eine Runde im Hauptfeld gewonnen. Das wird sich nun hoffentlich ändern.“ Die Wildcard ist einvernehmlich mit dem Hessischen Tennis-Verband vergeben worden, dessen Sportwart Peter Becker sich wie folgt äußert. „Wir bevorzugen selbstverständlich eigene Talente bei der Wildcard Vergabe, aber außer Julian Lenz hat aktuell kein Hessischer Spieler das Niveau dort zu bestehen. Deshalb unterstützen wir das deutsche Tennis natürlich gerne, wenn wir einem Spieler diese Möglichkeit bei den Marburg Open geben, den eine Krankheit lange außer Gefecht gesetzt hat.“ Brands selbst hat ein gutes Gefühl bei seiner erstmaligen Teilnahme „Es soll eine sehr familiäre Stimmung bei dem Turnier herrschen. Das schätze ich sehr und werde mich sicher wohlfühlen.“

 

Vorbericht zu den Marburg Open

Dieses Jahr ist keins wie jedes andere. Der TV 1965 Marburg richtet nicht nur erneut die Marburg Open aus, sondern feiert heuer auch sein 50-jähriges Jubiläum. 1965 war ein gutes Jahr für den Tennissport und so viel Bescheidenheit muss sein – nicht weil der TV Marburg gegründet wurde. Zwei Weltklasse Spieler, die noch heute über massenweise Fans verfügen, wurden geboren. Pat Cash und Mats Wilander. Zwei echte Typen, die von Ihrer Spielweise wohl nicht viel unterschiedlicher sein konnten. Die Marburg Open haben in den letzten fünf Jahren nun 160 Teilnehmer erlebt, die versuchen in die großen Fußstapfen solcher Tennislegenden zu treten. Grigor Dimitrov hat es zwischenzeitlich schon zur Nummer acht der Welt gebracht und letztes Jahr zeigte sich ein gewisser Alexander Zverev in Marburg. Das zu diesem Zeitpunkt 17-jährige größte deutsche Nachwuchstalent scheiterte knapp in der ersten Runde gegen den späteren Sieger Horacio Zeballos. Sein Ranking in Marburg war die 665. Vier Wochen später notierte er auf Position 161, nachdem er das Challenger in Braunschweig gewann und am Hamburger Rothenbaum die Nummer 19, 32, 51 und 83 der ATP Weltrangliste schlug und bis in das Halbfinale vordrang. Das sind nur zwei von vielen Beispielen, wie schnell der Weg nach oben führen kann.

Turnierdirektor Peter Zimmermann freut sich daher schon sehr auf den 27. Juni, wenn die Qualifikanten die letzten vier freien Plätze des Hauptfeldes ausspielen und sagt: „Es ist immer eine ganz tolle Atmosphäre, wenn die Spieler aus so vielen unterschiedlichen Nationen mit ihren großen Hoffnungen und Erwartungen nach Marburg kommen. Wir spüren auch bei den Challengern, dass vermehrt junge Profis auf die Tour gehen, die den Arrivierten Paroli bieten und das Niveau nochmals heben.“ Angehoben wurde auch das Preisgeld, nachdem die ATP die Marburg Open für ihre stete Entwicklung mit einem Zuschuss über 5.500 Euro belohnt hat. 42.500 Euro werden nun im Einzel und Doppel verteilt. Die Sieger dürfen sich gleichzeitig auch internationale Hessische Meister nennen, denn der TV 1965 Marburg stellt das größte und bedeutendste Herren Turnier in Hessen.

Heiko Hampl, Turniermanager und 1. Vorsitzender, weiß es zu schätzen, dass so viele Partner den Verein und die Marburg Open unterstützen „ Es ist eine große Herausforderung ein Turnier dieser Größenordnung als Verein mit 400 Mitgliedern zu stemmen. Unsere treuen Sponsoren und Förderer haben uns verlässlich und tatkräftig auf dem Weg zu einem der 10 größten Turniere in Deutschland begleitet. Die vielen Helfer vollbringen die Arbeit mit großem Engagement und Begeisterung und das spüren Spieler, Trainer und Zuschauer.“ Dass der Verein sein Jubiläum am Endspielwochenende feiert, ist nur logisch, da die Anlage wieder schön hergerichtet sein wird mit Zeltdorf und Bühne. Die gastronomischen Fähigkeiten von Andrea Ramosino und Nino Grippo locken immer auch Gäste auf die Anlage, die mit Tennis bisher nicht viel im Sinn hatten, aber nach Pasta und Vino sicher festgestellt haben, dass Tennis live ein absolut faszinierender und mitreißender Sport ist. Der 2. Vorsitzende Henning Koch fügt an: „Es gibt Besucher, die sagen uns, dass die Marburg Open wie eine Woche Urlaub für sie sind. Wir werden alles daran setzen, dass sich die Gäste wieder richtig wohl bei uns fühlen. Wenn die Spieler ihren sportlichen Teil dazu beitragen, wird es ein großer Spaß für alle. Zum Abschluss des Turniers wird dann Overback den Jubiläumsabend rocken und wir lassen zum 50. Geburtstag des TV die Korken knallen, so wie es sich gehört“.